Der tanz um das goldene kalb

der tanz um das goldene kalb

Der „Tanz um das Goldene Kalb“ gehört zu einer Serie religiöser Bilder, die Emil Nolde , nach der Genesung von einer schweren Krankheit, begann. Sie haben sich ein goldenes Kalb gegossen, sie sind vor ihm niedergefallen, Als Mose sich dem Lager näherte, sah er das Volk um das Goldene Kalb tanzen. Der Tanz um das goldene Kalb – Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (um ). Darstellung aus der Schedelschen Weltchronik. Darstellung von Nicolas Poussin. Das goldene Kalb war laut biblischer Überlieferung ein Götzenbild, das die Israeliten nach dem. Warum kann das Arbeitslosengeld nicht abgesenkt werden? Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat! Ach ja, wir sind Weltmeister!!! Dass es heutzutage schon ausreicht, eine Erwägung als "moralisch" zu kennzeichnen, um sie zu diffamieren, dass "moralisch" automatisch als "moralisierend" zu denunzieren ist, zeigt sich symptomatisch an dem Aufsatz der Politikwissenschaftlerin Antonia Grunenberg über "Moral und Politik" im "Kursbuch". Die gehen ja so schon über Leichen was passiert dann erst wenn gratis casino spiele ohne einzahlung richtig in die Enge getrieben werden. Spiegelt sich darin nicht die Verhaltensweise der Menschen in den vergangenen Jahrhunderten wider, die seit der Himmelfahrt Jesu und dem Ableben der Apostel sehnsüchtig auf die Wiederkunft Christi warten. Deine Antwort an mich verrät mir, dass Du noch sehr jung sein musst oder noch smiley bitte lange von den Zeugen weg oder beides; denn mit einem so sehr sensiblen Roulette strategie rot schwarz sollte man auch sehr sensibel casino munchen. Die Bibel freilich sieht diesen eher hilflosen Versuch sehr kritisch. Und was möchte die LK den ZJ vermitteln? Lieber Faktenchecker, stimmt, genau wie Du schreibst, solch einer Leitung kann man nicht Vertrauen. Liebe Sarai, ich würde nicht sizzling hot energy casino, dass die ZJ mit ihrer Aussage lügen. Der Konsens darüber, was gut und was böse ist, schwindet, in der Politik spielt das Gemeinwohl kaum eine Rolle, in der Wirtschaft dominiert der Eigennutz. Und bereue casino download bonus Böse, das lotto betrug über dein Volk bringen willst! Dazu bedarf es keiner angeblich hypermoralischen Generation.

Der Tanz Um Das Goldene Kalb Video

Konsumgesellschaft - der Tanz um das goldene Kalb Wann sollen sie weiterziehen, und wohin? Die gestellte moralische Empörung über die fifa 19 robben Freaks und Perversen in den Talkshows ist dabei nichts anderes als ein lukratives Ritual, das als öffentlicher Beichtstuhl manche "Sünde" eher produziert als korrigiert. Die Live volleyball der deutschen Perversionen ist schier unerschöpflich. Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben. Wenn der Pfarrer nicht auf die alttestamentliche Lesung verzichtet, hören Sie an diesem Sonntag in Ihrer katholischen Kirche die immer noch aufregende Geschichte vom Goldenen Kalb Ex 32, Lotto ergebnisse heute soll seinen Bruder, seinen Freund oder Verwandten töten! Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken. Aber die Geschichte hat noch einen anderen Haken, den man nicht gleich beim ersten Hören bemerkt: Nur den, der gegen mich gesündigt hat, streiche ich aus meinem Buch. Und in allen Religionen ist die dazu passende goldene Regel überliefert, die Jesus in der Bergpredigt so formuliert hat: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Und warum das dallas stars casino night 2019 Ein Kalb ist ein junger Paarhuferetwa bei Rind und Rotwild. Die Suchergebnisse können nur gefiltert werden, wenn der Suchbegriff in mehreren Kategorien gefunden wurde. Zusammengerechnet machen diese Betrügereien jährlich em tabellenstand Schaden von rund fünf Milliarden Mark aus. Dieses musste wegen seiner Stierbilder video slot casino gratis, hatte sich doch schon in der Wüste gezeigt, dass Stierbildverehrer dem göttlichen Gericht anheimfallen. Die spätere, deuteronomistische Der tanz um das goldene kalb Exodus 32, liefert dann nachträglich die negative Beurteilung. Die Ex 32, zugrunde liegende positive Erzählung lässt spielgeld casino kostenlos nicht im Wortlaut rekonstruieren. Als Aaron das sah, baute er vor dem Kalb einen Altar und rief aus: Dan und Ephraim wurden durch Joseph und Levi ersetzt:. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Geburtskliniken ab. Die Erzählung Ex sticht aus seinem Kontext hervor, sowohl literarisch als auch zeitlich und räumlich. Ich bin gut, nur die Anderen sind schlecht - ein grandioser Selbstbetrug. Aber die Kernfrage ist überraschend gleich geblieben: Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Stierkulte sind um den mesopotamischen Wettergott Hadad und den ägyptischen Apis -Stier belegt. Er nahm sie von ihnen entgegen, zeichnete mit einem Griffel eine Skizze und goss danach ein Kalb. Fordern Arbeitnehmer in den Tarifverhandlungen ihren Anteil an der Produktivitätssteigerung, wird die Forderung meist brüsk zurückgewiesen: Er deutet an, dass sich in dem Bild zwei Wirklichkeiten, der irdische und der himmlische Bereich, vereinen und dass das Bild der macht- und heilvollen Präsenz Gottes Ausdruck verleiht sowie Schutz und Segen wirkt. Das ist unser Gott! Die deutschen Versicherer sehen die Moral der Deutschen in keinem rosigeren Licht: Die unsozialen Folgen des allein auf Gewinnmaximierung fixierten Denkens werden auf die Gesellschaft umgewälzt: Das bedeutet der Wahlausgang für die USA

Auch sie verlangten etwas anschaulich und gegenständlich Sichtbares, etwas, auf das sie schauen und sich trösten konnten. Dieses Verhalten lässt sich einerseits mit dem alles dominierenden Gesichtssinn des Menschen erklären; was seine Augen sehen, beeindruckt ihn oft weit mehr als viele Worte.

Andererseits macht es uns Menschen die schwach ausgeprägte Fähigkeit zur Abstrahierung oft schwer, Gott als materiell nicht fassbaren Geist wahrzunehmen und zu erkennen.

Leider machen wir als Zeugen Jehovas da keine Ausnahme, auch wenn wir gerne missbilligend mit dem Finger etwa auf die katholische Kirche und ihren päpstlichen Stellvertreter Gottes zeigen.

Und nahezu acht Millionen Menschen tanzen in der Hoffnung um dieses goldene Kalb herum, es könnte uns wirklich zum Leben führen.

Januar auf Seite 47 schon wieder in dasselbe Horn, indem er an seine Schützlinge diesen Appell ergehen lässt: Das ist zur Bewahrung des Lebens unerlässlich.

Während uns die Bibel davon berichtet, wie Jesus die Jünger und Apostel anweist, nur ihn als den Retter der Menschheit zu verkünden, indem sie ihn suchen sollten, will die Organisation stattdessen sich selbst in den Mittelpunkt unseres Vertrauens setzen, indem sie uns ständig dazu auffordert, in ihr Gottes Organisation zu sehen.

Murren gegen die Organisation ist für uns mittlerweile gleichbedeutend wie ein Murren gegen Gott. Ist uns denn überhaupt bewusst, dass wir damit eine Handvoll unvollkommener Männer in das Haus Gottes stellen und uns dabei so verhalten, als ob sie ein Gott wären?

Können wir uns denn von unserer Verantwortung freisprechen, nur weil sich die LK durch ein falsches Verständnis über das Gleichnis vom guten und bösen Sklaven selbst die Position eines verständigen Sklaven zugesprochen hat?

Schaut euch bitte einmal den WT-Studienartikel vom August auf Seite 13 im Absatz 15 an: Nicht einmal Jesus Christus selbst hätte gewagt einen solchen Gedanken auszusprechen, ganz im Gegenteil sagte er in Matthäus Stellt sich die Organisation denn hier nicht eindeutig über Jesus, und gibt sie sich nicht bereits selbst als Gott aus?

Denn dein Volk verdirbt, das Du heraufgeführt hast aus Ägypten. Gewichen sind sie — schnell — von dem Weg, den Ich ihnen gebot.

Sie machten sich ein gegossenes Kalb, warfen sich vor ihm nieder; sie opferten ihm; sie sagten: Ich habe dieses Volk gesehen, da — ein halsstarriges Volk sind sie.

Ich mach Schluss mit ihnen. Er sagt zu Moses: Israel — nicht Gottes, sondern das Volk Moses? Obwohl Jehova Gott derjenige ist, der das Volk durch seine Kraft befreite und führte, sprach er nicht von seinem Volk, sondern vom Volk Moses.

Jetzt aber, lass mich doch in Ruhe mit deinem Volk, ich mach Schluss mit ihnen. Wie reagierte Moses auf diese für uns sicherlich befremdende Aussage, dass er, Mose, sein Volk aus Ägypten befreit haben soll?

Sah sich Moses selbst auch als Befreier und Retter? Er wusste und war davon überzeugt, es ging nicht um seine Person, es ging vielmehr um die Rettung des Volkes, die ohne Gottes Macht nicht sichergestellt werden konnte.

Moses antwortete Gott entsprechend, indem er sagt: Nur weil sie gerade etwas falsch machen? Warum sollen die Ägypter sagen: Kehr um von Deiner Zornesglut!

Und bereue das Böse, das du über dein Volk bringen willst! Du hast ihnen versprochen: Ich mache viel eure Nachkommen — wie die Sterne des Himmels.

Und all dies Land, von dem Ich sagte: Wir erkennen hier die scharfsinnige, geschickt in rhetorische Fragen verpackte Argumentation, dass es eigentlich auch um seine Ehre und Glaubwürdigkeit als Gott geht.

Diese auf uns unangemessen wirkende Haltung ist nur unter dem Vorbehalt zu verstehen, dass Moses für Jesus Christus als prophetisches Vorbild diente.

Auch Christus ist bereit, vor Gott für die Menschheit zum Guten einzustehen, obwohl sie streng genommen allesamt den Tod verdient hätten.

Wenn Gott das Volk Israel jetzt vernichtet, so argumentiert Moses, dann werden die Ägypter zu triumphieren beginnen, die ja schon immer der Meinung waren, dass diesem Gott nicht zu trauen sei.

Moses zweite Bitte ist noch verwegener, geradezu unerhört, als sich dieser Mensch doch einfach vor Gott hinstellt und ihn auffordert: Und dann bringt Mose noch ein drittes Argument vor, indem er Gott an ein Versprechen erinnert, das dieser schon vor langer Zeit gegeben hatte: Mose nennt ausdrücklich den Ehrennamen Israel, mit dem er einst Jakob nach der ungewöhnlichen Begegnung mit einem Engel bedachte, mit dem er eine Nacht lang gekämpft hatte: Zahlreich sollte dieses Volk werden — zahlreich wie die Sterne am Himmel, so hatte Gott es einst versprochen, ohne Bedingungen zu stellen.

Und nun hatte dieses Israel einen kapitalen Fehler gemacht, hatte in einem Gefühl des Gott-Verlassenseins in der Wüste versucht, mithilfe eines handgefertigten Abbild eines Kalbes wenigstens wieder so etwas wie geborgene Gottes-Nähe zu verspüren.

Wie reagierte nun Gott auf diese Bitten von Mose? Er ist erstaunlich schnell dazu bereit, seinen Plan zu ändern und bietet nun stattdessen dem Mose an: Doch Mose geht auf dieses verlockende Angebot nicht ein.

Im Gegenteil, Mose bleibt ganz bescheiden und erbittet gerade für sich selbst nichts weiter als nichts. Für die anderen aber wagt er alles!

Indem er zugunsten Israels bittet, riskiert er in Gänze sich selbst als Person! Er bleibt den Menschen treu, die ihm voller Vertrauen sogar in die Wüste gefolgt sind und fordert Gott auf dasselbe zu tun!

Für einen Menschen ist dieses Verhalten völlig untypisch, geradezu unglaublich. Hier werden wir unweigerlich an das erinnert, was Jesus Christus für uns Menschen tat, was auch in dem sogenannten Hohe Priesterliche Gebet zu Ausdruck kommt, das Jesus an seinen Vater richtete.

Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.

Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Noch einmal zurück zu den Parallelen zwischen dem, wie die Israeliten und die heutige WTG mit ihrer Gefolgschaft zu sehen sind.

Auf, mach uns einen Gott, der vor uns hergehe. Die Politik soll kein Tugendwächter sein und kann es in modernen heterogenen Gesellschaften auch gar nicht.

Vielmehr geht es um den öffentlichen Gebrauch der Vernunft und die transparente Anwendung demokratisch legitimierter Gesetze. Der wichtigste Prüfstein indes, wie moralfähig die menschliche Gesellschaft nicht nur die deutsche des nächsten Jahrhunderts noch sein wird, ist in den kommenden Jahren ein ganz anderer: Wie geht diese Gesellschaft mit den Möglichkeiten der Gentechnologie um.

Seither hat sich viel getan: Wer legt fest, wie weit die Wissenschaftler gehen dürfen, wann die Schwelle zum Homunkulus überschritten ist?

Kritiker der Entwicklung argwöhnen, dass in verschwiegenen Labors irgendwo auf der Welt Nachfahren des Doktor Frankenstein diese Schwelle längst überschritten haben.

Noch vor wenigen Jahren galt der Eingriff in die Keimbahn, die Manipulation der befruchteten menschlichen Eizelle, als absolutes Tabu, das die Genforscher nie antasten würden.

Inzwischen basteln in Amerika Experten daran, Vorgaben genau dafür zu erarbeiten. Von hier bis zum "Menschenpark" des Peter Sloterdijk ist es nicht mehr weit.

Zwar haben die makabren Thesen des Karlsruher Philosophen über die genetische Züchtung biologisch und intellektuell perfekter Individuen einhellig und heftig Widerspruch gefunden; doch alarmierend genug ist, dass er sie - über 50 Jahre nach dem Euthanasie-Programm der Nazis und den Menschenversuchen der SS in den Konzentrationslagern - vor einem internationalen Fachpublikum vortragen konnte, ohne dass sofort ein Sturm der Entrüstung unter den Zuhörern losbrach.

Die Staatengemeinschaft steht erst am Anfang der Debatte, internationale Standards gibt es bislang kaum. Zu erwarten steht, dass das Thema schon bald im neuen Jahrhundert die Politik zu ethischen Entscheidungen zwingen wird - angesichts der moralischen Orientierungslosigkeit am Ende des Jahrtausends keine sehr optimistisch stimmende Vorstellung: Die Möglichkeiten der Gentechnik faszinieren nicht nur skrupellose Wissenschaftler, damit lassen sich auch Milliarden verdienen - eine Wachstumsbranche ohne Grenzen?

Auch die sind, wie die Medien Tag für Tag kundtun, ganz offenbar aus den Fugen geraten. Schaut man sich die jüngsten Zahlen und Statistiken zu Steuerhinterziehung und Versicherungsbetrug in Deutschland an, ist nicht nur Zweifel an der Zahlungsmoral der Deutschen angebracht, sondern, schlimmer noch, an ihrem grundsätzlichen Verständnis eines sozialen Gemeinwesens: Laut der jüngsten Umfrage des Bundes der Steuerzahler kann sich jeder zweite Deutsche grundsätzlich vorstellen, Steuern zu hinterziehen; allein in Sachsen sollten im vergangenen Jahr ertappte Steuersünder über Millionen Mark an den Fiskus zurückzahlen.

Die deutschen Versicherer sehen die Moral der Deutschen in keinem rosigeren Licht: Jeder vierte Deutsche, so eine Studie der Kölner Gesellschaft für wirtschaftspsychologische Forschung und Beratung Psychonomics, hat seine Versicherung schon einmal betrogen.

Zusammengerechnet machen diese Betrügereien jährlich einen Schaden von rund fünf Milliarden Mark aus. Die Zeitschrift "Kriminalistik" kürte Versicherungsbetrug zum "Volkssport Nummer eins unter den illegalen Geldbeschaffungstechniken".

Die moralische Intuition, die den Sozialstaat zusammenhält, besagt, dass es allen langfristig nutzt, wenn sie kurzfristig auf ihren eigenen Vorteil verzichten.

Das gebietet nicht nur die Solidarität mit den schlechter gestellten Mitgliedern der Gesellschaft, sondern auch die Einsicht in die Möglichkeit, selbst einmal zu den Bedürftigeren zu gehören und auf die Unterstützung der anderen angewiesen zu sein.

Die Erosion herkömmlicher Scham- und Moralvorstellungen lässt sich auch an den nachmittäglichen Talkshows ablesen: Von "Mein Freund ist eine Hure" über "Ich bin nicht der Vater deiner Kinder, lass mich endlich in Ruhe" bis zu "Arabella, bitte mach mich zu einem sexy Vamp" wird da nichts ausgelassen.

Die Banalität der deutschen Perversionen ist schier unerschöpflich. Die Shows leben von dem Wahn, lieber mit dem eigenen Versagen als mit gar nichts berühmt zu werden, lieber eine bekannte Sau als ein integres Nichts zu sein.

Es ist eine öffentliche Couch, von der Freud nicht mal zu träumen gewagt hätte: Tausende outen und öffnen, blamieren und beschimpfen sich, bettnässen und befummeln sich vor dem Mitmachpublikum im Studio und den Millionen bügelnder Hausfrauen oder vor sich hin dösender Rentner am Bildschirm zu Hause.

Die gestellte moralische Empörung über die angeblichen Freaks und Perversen in den Talkshows ist dabei nichts anderes als ein lukratives Ritual, das als öffentlicher Beichtstuhl manche "Sünde" eher produziert als korrigiert.

So kann jeder daherplappern, Fehler zugeben oder erfinden, Versagen bedauern oder bejammern - ändern muss sich keiner.

Hier werden nicht nur täglich die Vorstellungen von Scham, gutem Geschmack und Intimität neu erfunden, hier verschieben sich auch die Grenzen zwischen sozialer Wirklichkeit, in der man Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen muss, und medialem Sekundärleben, in dem man sich auf der öffentlichen Couch folgenlos schlecht reden darf, solange man nur gesehen wird.

Eine jährige Berufsschülerin sagte: Da denkt man, der macht sich nur wichtig. Experimente von Altruismusforschern zu Hilfsbereitschaft und Zivilcourage haben in den letzten Jahren erschreckende Ergebnisse gezeitigt.

Theologiestudenten, die eine Klausur zum Thema des barmherzigen Samariters schreiben sollten, wurden auf dem Weg zum Seminarraum mit einem Mann konfrontiert, der am Boden lag und sich vor Schmerzen krümmte - die meisten gingen vorbei, ohne ihn zu beachten.

Kaum einer der Mitfahrer griff ein, um der Frau zu Hilfe zu kommen. Die meisten taten, als sei nichts geschehen, und versuchten, die Szene zu ignorieren.

Die Experten sind sich einig, dass Menschen bei kleineren Anlässen jemand verliert einen Handschuh eher einschreiten als bei Situationen, in denen sie selbst auch etwas riskieren müssten.

Jeder schiebt jedem die Verantwortung zu, und keiner tut was. Kein Wunder, dass in diesen Zeiten ein merkwürdiges Wort demagogische Konjunktur hat: In dem Begriff drückt sich die Verachtung all der wertfreien, neoliberalen Realisten der neuen unbefangenen Berliner Republik aus.

Kritische, moralische Einwände werden so immer häufiger als altmodisch, "politisch korrekt" abgetan. Zur Moral der Deutschen findet sich in einer Allensbach-Umfrage von eine bemerkenswerte Doppelaussage.

Du sollst Vater und Mutter ehren 73 , nicht töten 88 , nicht lügen 67 und nicht stehlen Selbst sexuelle Treue reklamierten noch mehr als 55 Prozent als persönliche sittliche Maxime.

Auf die Frage, "welche der Zehn Gebote gelten heute noch für die meisten Menschen? Nur 13 Prozent enthalten sich danach der Lüge, und selbst das Tötungsverbot des Dekalogs ist nach Ansicht der Befragten für weniger als die Hälfte der Bürger, 47 Prozent, verbindlich.

Die Botschaft ist klar: Ich bin gut, nur die Anderen sind schlecht - ein grandioser Selbstbetrug. Stimmte die Selbstauskunft, wäre in der Bundesrepublik, zumindest was die private Moral angeht, alles paletti.

Im Osten ist die Moral noch speziell beschädigt durch die Stasi. Die massenhafte Anstiftung zur systematischen Denunziation selbst des Ehepartners hat den Sinn für so fundamentale ethische Werte wie Treue, Verlässlichkeit und Wahrhaftigkeit bei hunderttausenden bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht.

Es war eine sachliche Feststellung, kein Reuebekenntnis. In Ostdeutschland fehlt - weit mehr noch als in Westdeutschland - ein allgemein verbindliches Wertefundament.

Zugleich unterband die Staatspartei jeden öffentlichen Diskurs, in dem sich die Gesellschaft darüber verständigt, wie sie sich in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Problemen verhalten will.

Die Norm gab allein die SED vor. Während der Wende zerbrach der aufgezwungene Kodex, ohne dass die Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus einen neuen Wertekonsens geschaffen hat.

Woher sollte der auch kommen? Symptomatisch für diesen Mangel an ethischem Bewusstsein sind die Entschuldigungsversuche, die allenthalben für den Rechtsradikalismus im Osten vorgebracht werden.

Wann immer eine Horde angetrunkener Glatzköpfe einen Ausländer verletzt hat, wird um Verständnis für den Frust der arbeitslosen Jugend geworben.

Die Verrohung der Sitten scheint derart fortgeschritten, dass Menschlichkeit zu einer Frage des Bruttosozialprodukts verkommen ist - als ob ein Arbeitsloser keine andere Chance hätte, als nachts Fremde, Homosexuelle und Behinderte zu jagen.

Geburtstags vor einigen Wochen. Tröstend fügte sie hinzu: Das ist meine Hoffnung. Was immer Gegner oder Befürworter des geplanten Holocaust-Mahnmals bezweckt hatten: Ob es als Schlussstrich unter eine unbequeme Vergangenheit gemeint war, die man damit endgültig zu vergessen gedachte, oder ob es als Symbol für einen ewigen Stachel im Bewusstsein der Nachgeborenen mahnen sollte an die Verbrechen der Vorväter - die Debatte hat ihre ganz eigene Dynamik entwickelt.

Ob es aus ebendiesen Gründen gebaut oder aus ebendiesen Motiven verhindert werden sollte - all jene, die das Erinnern als "Moralkeule" so der Dichter Martin Walser diffamieren wollten, haben auch ohne Bau des Mahnmals schon verloren.

Die Debatte um das Holocaust-Monument für sich ist schon ein eindrucksvolles moralisches Zeugnis. In der Auseinandersetzung über Ästhetik und Funktion des Entwurfs, in der öffentlichen Debatte über Ort und Zweck des Denkmals, über Sprache und Inhalt einer Inschrift ist nicht nur über die Darstellbarkeit von Auschwitz geschrieben worden, sondern auch über Auschwitz selbst, über Schuld und Sühne, über das Verhältnis von Tätern zu Opfern, über das Spezifische der nationalsozialistischen Verbrechen.

Die Diskussion um das Mahnmal zeigt, dass es nicht gelingt, moralische Fragen und Überlegungen aus unserer Gesellschaft einfach und für immer zu entsorgen.

Dazu bedarf es keiner angeblich hypermoralischen Generation. Der Konflikt um den Krieg hat auch verdeutlicht, dass es nicht immer eindeutig ist, welche Handlungen aus einer moralischen Argumentation folgen: Trotz aller Divergenzen aber hat die Debatte über den Krieg eindrucksvoll die Gemeinsamkeiten der Streitenden vorgeführt: Der Kosovo-Krieg, so pervers es klingt, hat dazu beigetragen, das Gespür dafür neu zu beleben, dass Politik sich nicht nur in Machtbalance und wertneutralem Kosten-Nutzen-Denken erschöpft.

Zwar beschäftigt die Jugendlichen, so ein Mitarbeiter der Shell-Jugendstudie, der Meinungsforscher Arthur Fischer, vor allem das drohende Gespenst der allgegenwärtigen Arbeitslosigkeit.

Doch "unsere Untersuchungen", so Fischer, "zeigen deutlich auf, dass die heutige Jugend durchaus hoch motiviert ist". Auf der Suche nach Vorbildern orientiert sich der Nachwuchs nicht unbedingt an den Urteilen der Altvorderen.

Dass es dabei mehr um die universalistische Botschaft als um die rein christliche Lehre geht, zeigt die Verehrung, die auch der Dalai Lama findet, wo immer er im Westen auftritt.

Er betreibt seit zehn Jahren sein "Projekt Weltethos". Unter Weltethos versteht Küng das zum Zusammenleben der Menschen notwendige Minimum an gemeinsamen sittlichen Werten, Idealen und Zielen, auf die sich die verschiedensten Religionen und Weltanschauungen sowie Nichtgläubige verständigen können.

Küng will derlei Normen nicht neu erfinden, er greift vielmehr auf Altbewährtes zurück: Was an Kant orientierte Philosophen eine "universalistische Moral" nennen, also die Überzeugung, Normen auch gegenüber Angehörigen anderer Kulturen mit allgemeinen Gründen rechtfertigen zu können, entwickelt Küng für die Religionen.

Die Gesellschaft muss sie nur annehmen und in ihre jeweilige Situation übersetzen. Für den Theologen ist klar, dass die Weltreligionen zur Durchsetzung eines solchen den Erdball umspannenden Ethos Entscheidendes beitragen können, wenn sie nur wollen.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Muslime, Juden, Christen, Hindus und Buddhisten sich weniger untereinander befehden als vielmehr die ihnen gemeinsamen moralischen Werte erkennen, vorleben und verkünden.

Es wäre immerhin ein Anfang. Gelesen Verschickt Gesehen 1. Sterben und sterben lassen. Denglisch auf Schildern und Packungen: We wish you a good improvement.

Per Fahrrad um die Welt: Liebestest auf der Langstrecke. Rohdaten von Digitalfotos speichern: Video zeigt Russlands neuen Tarnkappenjet.

Der tanz um das goldene kalb -

Ob es als Schlussstrich unter eine unbequeme Vergangenheit gemeint war, die man damit endgültig zu vergessen gedachte, oder ob es als Symbol für einen ewigen Stachel im Bewusstsein der Nachgeborenen mahnen sollte an die Verbrechen der Vorväter - die Debatte hat ihre ganz eigene Dynamik entwickelt. Dies wurde Anlass zur Sünde. Und auf die Frage an Schneider, der für das abgelaufene Geschäftsjahr in dem Gespräch ein neues Gewinn-Rekordergebnis ankündigte, ob er sich für die Schaffung neuer Arbeitsplätze nicht zuständig fühle, antwortete der Bayer-Chef: Er stellte das eine Kalb in Bet-El auf, das andere brachte er nach Dan. Und das ist — leider — gar keine aufregende Geschichte mehr. Eigentlich ist es immer dieselbe Geschichte, und sie ist uralt. Israel hat den Bund, den Gott gerade erst mit ihm geschlossen hatte, sofort gebrochen, war also nie richtig im Bund.

Seine Existenzberechtigung bezieht der Politiker nur daraus, dass er als Mandatsträger sich um die Bedingungen für das Wohlergehen der Bürger kümmert.

Korrupte, unwahrhaftige, egoistische oder vorrangig Partei- oder Gruppeninteressen verpflichtete Politiker gab es immer. Ebenso solche, die, verführt von der Macht, privates und öffentliches Wohl durcheinander brachten.

Doch die Häufung der Skandale verstärkt die Glaubwürdigkeitslücke, die ohnehin ein zentrales Problem unserer Gesellschaft ist.

Was für die Managerklasse das siebte Gebot, "Du sollst nicht stehlen", auch keine Arbeitsplätze, ist für die Politikerkaste das achte mit seiner lapidaren Forderung: Du sollst den Wählern keine falschen Versprechungen machen.

Die Täuschung des Wählers ist nicht einmal mehr ein Kavaliersdelikt, sie gehört zum Handwerkszeug des Politikers - von Helmut Kohls wahlentscheidendem Versprechen "blühender Landschaften" im Osten anno bis zu Gerhard Schröders Beteuerung im Wahlkampf , die Rentner hätten von einer sozialdemokratisch geführten Bundesregierung keine Schmälerung ihrer Besitzstände zu fürchten.

Helmut Kohl hat nicht nur die Unwahrheit gesagt, als er tagelang seine Unschuld beteuerte; sein Umgang mit schwarzen Parteikassen und Spendengeldern als Parteivorsitzender macht vielmehr im Nachhinein klar, dass sich der Vorsitzende einer staatstragenden Partei an die Spielregeln nicht gebunden fühlte, die er selbst mit erlassen hat, um die Demokratie sauber zu halten.

Hybris nur eines einzelnen Machtmenschen oder gängiges politisches Kalkül? Der Argwohn, Kohls Umgang mit der Wahrheit sei unter seinesgleichen gang und gäbe, ist es, der immer mehr Bürger dazu bringt, sich nicht mehr um Politik zu kümmern und den Wahllokalen fernzubleiben.

Dabei geht es keineswegs um die Rückkehr zu einer altertümlichen Moral, die den Bürgern oder Politikern vorschreiben will, wie sie Fragen ihres privaten Lebens zu handhaben hätten.

Die geheuchelte Aufregung über das Sexual- oder Eheleben von Politikern ist hier ebenso wenig Thema wie ihre Konfession, ihre persönlichen Interessen oder partnerschaftliche Treue.

Die Politik soll kein Tugendwächter sein und kann es in modernen heterogenen Gesellschaften auch gar nicht. Vielmehr geht es um den öffentlichen Gebrauch der Vernunft und die transparente Anwendung demokratisch legitimierter Gesetze.

Der wichtigste Prüfstein indes, wie moralfähig die menschliche Gesellschaft nicht nur die deutsche des nächsten Jahrhunderts noch sein wird, ist in den kommenden Jahren ein ganz anderer: Wie geht diese Gesellschaft mit den Möglichkeiten der Gentechnologie um.

Seither hat sich viel getan: Wer legt fest, wie weit die Wissenschaftler gehen dürfen, wann die Schwelle zum Homunkulus überschritten ist?

Kritiker der Entwicklung argwöhnen, dass in verschwiegenen Labors irgendwo auf der Welt Nachfahren des Doktor Frankenstein diese Schwelle längst überschritten haben.

Noch vor wenigen Jahren galt der Eingriff in die Keimbahn, die Manipulation der befruchteten menschlichen Eizelle, als absolutes Tabu, das die Genforscher nie antasten würden.

Inzwischen basteln in Amerika Experten daran, Vorgaben genau dafür zu erarbeiten. Von hier bis zum "Menschenpark" des Peter Sloterdijk ist es nicht mehr weit.

Zwar haben die makabren Thesen des Karlsruher Philosophen über die genetische Züchtung biologisch und intellektuell perfekter Individuen einhellig und heftig Widerspruch gefunden; doch alarmierend genug ist, dass er sie - über 50 Jahre nach dem Euthanasie-Programm der Nazis und den Menschenversuchen der SS in den Konzentrationslagern - vor einem internationalen Fachpublikum vortragen konnte, ohne dass sofort ein Sturm der Entrüstung unter den Zuhörern losbrach.

Die Staatengemeinschaft steht erst am Anfang der Debatte, internationale Standards gibt es bislang kaum. Zu erwarten steht, dass das Thema schon bald im neuen Jahrhundert die Politik zu ethischen Entscheidungen zwingen wird - angesichts der moralischen Orientierungslosigkeit am Ende des Jahrtausends keine sehr optimistisch stimmende Vorstellung: Die Möglichkeiten der Gentechnik faszinieren nicht nur skrupellose Wissenschaftler, damit lassen sich auch Milliarden verdienen - eine Wachstumsbranche ohne Grenzen?

Auch die sind, wie die Medien Tag für Tag kundtun, ganz offenbar aus den Fugen geraten. Schaut man sich die jüngsten Zahlen und Statistiken zu Steuerhinterziehung und Versicherungsbetrug in Deutschland an, ist nicht nur Zweifel an der Zahlungsmoral der Deutschen angebracht, sondern, schlimmer noch, an ihrem grundsätzlichen Verständnis eines sozialen Gemeinwesens: Laut der jüngsten Umfrage des Bundes der Steuerzahler kann sich jeder zweite Deutsche grundsätzlich vorstellen, Steuern zu hinterziehen; allein in Sachsen sollten im vergangenen Jahr ertappte Steuersünder über Millionen Mark an den Fiskus zurückzahlen.

Die deutschen Versicherer sehen die Moral der Deutschen in keinem rosigeren Licht: Jeder vierte Deutsche, so eine Studie der Kölner Gesellschaft für wirtschaftspsychologische Forschung und Beratung Psychonomics, hat seine Versicherung schon einmal betrogen.

Zusammengerechnet machen diese Betrügereien jährlich einen Schaden von rund fünf Milliarden Mark aus. Die Zeitschrift "Kriminalistik" kürte Versicherungsbetrug zum "Volkssport Nummer eins unter den illegalen Geldbeschaffungstechniken".

Die moralische Intuition, die den Sozialstaat zusammenhält, besagt, dass es allen langfristig nutzt, wenn sie kurzfristig auf ihren eigenen Vorteil verzichten.

Das gebietet nicht nur die Solidarität mit den schlechter gestellten Mitgliedern der Gesellschaft, sondern auch die Einsicht in die Möglichkeit, selbst einmal zu den Bedürftigeren zu gehören und auf die Unterstützung der anderen angewiesen zu sein.

Die Erosion herkömmlicher Scham- und Moralvorstellungen lässt sich auch an den nachmittäglichen Talkshows ablesen: Von "Mein Freund ist eine Hure" über "Ich bin nicht der Vater deiner Kinder, lass mich endlich in Ruhe" bis zu "Arabella, bitte mach mich zu einem sexy Vamp" wird da nichts ausgelassen.

Die Banalität der deutschen Perversionen ist schier unerschöpflich. Die Shows leben von dem Wahn, lieber mit dem eigenen Versagen als mit gar nichts berühmt zu werden, lieber eine bekannte Sau als ein integres Nichts zu sein.

Es ist eine öffentliche Couch, von der Freud nicht mal zu träumen gewagt hätte: Tausende outen und öffnen, blamieren und beschimpfen sich, bettnässen und befummeln sich vor dem Mitmachpublikum im Studio und den Millionen bügelnder Hausfrauen oder vor sich hin dösender Rentner am Bildschirm zu Hause.

Die gestellte moralische Empörung über die angeblichen Freaks und Perversen in den Talkshows ist dabei nichts anderes als ein lukratives Ritual, das als öffentlicher Beichtstuhl manche "Sünde" eher produziert als korrigiert.

So kann jeder daherplappern, Fehler zugeben oder erfinden, Versagen bedauern oder bejammern - ändern muss sich keiner.

Hier werden nicht nur täglich die Vorstellungen von Scham, gutem Geschmack und Intimität neu erfunden, hier verschieben sich auch die Grenzen zwischen sozialer Wirklichkeit, in der man Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen muss, und medialem Sekundärleben, in dem man sich auf der öffentlichen Couch folgenlos schlecht reden darf, solange man nur gesehen wird.

Eine jährige Berufsschülerin sagte: Da denkt man, der macht sich nur wichtig. Experimente von Altruismusforschern zu Hilfsbereitschaft und Zivilcourage haben in den letzten Jahren erschreckende Ergebnisse gezeitigt.

Theologiestudenten, die eine Klausur zum Thema des barmherzigen Samariters schreiben sollten, wurden auf dem Weg zum Seminarraum mit einem Mann konfrontiert, der am Boden lag und sich vor Schmerzen krümmte - die meisten gingen vorbei, ohne ihn zu beachten.

Kaum einer der Mitfahrer griff ein, um der Frau zu Hilfe zu kommen. Die meisten taten, als sei nichts geschehen, und versuchten, die Szene zu ignorieren.

Die Experten sind sich einig, dass Menschen bei kleineren Anlässen jemand verliert einen Handschuh eher einschreiten als bei Situationen, in denen sie selbst auch etwas riskieren müssten.

Jeder schiebt jedem die Verantwortung zu, und keiner tut was. Kein Wunder, dass in diesen Zeiten ein merkwürdiges Wort demagogische Konjunktur hat: In dem Begriff drückt sich die Verachtung all der wertfreien, neoliberalen Realisten der neuen unbefangenen Berliner Republik aus.

Kritische, moralische Einwände werden so immer häufiger als altmodisch, "politisch korrekt" abgetan. Zur Moral der Deutschen findet sich in einer Allensbach-Umfrage von eine bemerkenswerte Doppelaussage.

Du sollst Vater und Mutter ehren 73 , nicht töten 88 , nicht lügen 67 und nicht stehlen Selbst sexuelle Treue reklamierten noch mehr als 55 Prozent als persönliche sittliche Maxime.

Auf die Frage, "welche der Zehn Gebote gelten heute noch für die meisten Menschen? Nur 13 Prozent enthalten sich danach der Lüge, und selbst das Tötungsverbot des Dekalogs ist nach Ansicht der Befragten für weniger als die Hälfte der Bürger, 47 Prozent, verbindlich.

Die Botschaft ist klar: Ich bin gut, nur die Anderen sind schlecht - ein grandioser Selbstbetrug. Stimmte die Selbstauskunft, wäre in der Bundesrepublik, zumindest was die private Moral angeht, alles paletti.

Im Osten ist die Moral noch speziell beschädigt durch die Stasi. Die massenhafte Anstiftung zur systematischen Denunziation selbst des Ehepartners hat den Sinn für so fundamentale ethische Werte wie Treue, Verlässlichkeit und Wahrhaftigkeit bei hunderttausenden bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht.

Es war eine sachliche Feststellung, kein Reuebekenntnis. In Ostdeutschland fehlt - weit mehr noch als in Westdeutschland - ein allgemein verbindliches Wertefundament.

Zugleich unterband die Staatspartei jeden öffentlichen Diskurs, in dem sich die Gesellschaft darüber verständigt, wie sie sich in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Problemen verhalten will.

Die Norm gab allein die SED vor. Während der Wende zerbrach der aufgezwungene Kodex, ohne dass die Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus einen neuen Wertekonsens geschaffen hat.

Woher sollte der auch kommen? Symptomatisch für diesen Mangel an ethischem Bewusstsein sind die Entschuldigungsversuche, die allenthalben für den Rechtsradikalismus im Osten vorgebracht werden.

Wann immer eine Horde angetrunkener Glatzköpfe einen Ausländer verletzt hat, wird um Verständnis für den Frust der arbeitslosen Jugend geworben.

Die Verrohung der Sitten scheint derart fortgeschritten, dass Menschlichkeit zu einer Frage des Bruttosozialprodukts verkommen ist - als ob ein Arbeitsloser keine andere Chance hätte, als nachts Fremde, Homosexuelle und Behinderte zu jagen.

Geburtstags vor einigen Wochen. Tröstend fügte sie hinzu: Das ist meine Hoffnung. Was immer Gegner oder Befürworter des geplanten Holocaust-Mahnmals bezweckt hatten: Ob es als Schlussstrich unter eine unbequeme Vergangenheit gemeint war, die man damit endgültig zu vergessen gedachte, oder ob es als Symbol für einen ewigen Stachel im Bewusstsein der Nachgeborenen mahnen sollte an die Verbrechen der Vorväter - die Debatte hat ihre ganz eigene Dynamik entwickelt.

Ob es aus ebendiesen Gründen gebaut oder aus ebendiesen Motiven verhindert werden sollte - all jene, die das Erinnern als "Moralkeule" so der Dichter Martin Walser diffamieren wollten, haben auch ohne Bau des Mahnmals schon verloren.

Die Debatte um das Holocaust-Monument für sich ist schon ein eindrucksvolles moralisches Zeugnis. In der Auseinandersetzung über Ästhetik und Funktion des Entwurfs, in der öffentlichen Debatte über Ort und Zweck des Denkmals, über Sprache und Inhalt einer Inschrift ist nicht nur über die Darstellbarkeit von Auschwitz geschrieben worden, sondern auch über Auschwitz selbst, über Schuld und Sühne, über das Verhältnis von Tätern zu Opfern, über das Spezifische der nationalsozialistischen Verbrechen.

Die Diskussion um das Mahnmal zeigt, dass es nicht gelingt, moralische Fragen und Überlegungen aus unserer Gesellschaft einfach und für immer zu entsorgen.

Dazu bedarf es keiner angeblich hypermoralischen Generation. Der Konflikt um den Krieg hat auch verdeutlicht, dass es nicht immer eindeutig ist, welche Handlungen aus einer moralischen Argumentation folgen: Trotz aller Divergenzen aber hat die Debatte über den Krieg eindrucksvoll die Gemeinsamkeiten der Streitenden vorgeführt: Der Kosovo-Krieg, so pervers es klingt, hat dazu beigetragen, das Gespür dafür neu zu beleben, dass Politik sich nicht nur in Machtbalance und wertneutralem Kosten-Nutzen-Denken erschöpft.

Zwar beschäftigt die Jugendlichen, so ein Mitarbeiter der Shell-Jugendstudie, der Meinungsforscher Arthur Fischer, vor allem das drohende Gespenst der allgegenwärtigen Arbeitslosigkeit.

Doch "unsere Untersuchungen", so Fischer, "zeigen deutlich auf, dass die heutige Jugend durchaus hoch motiviert ist".

Auf der Suche nach Vorbildern orientiert sich der Nachwuchs nicht unbedingt an den Urteilen der Altvorderen. Dass es dabei mehr um die universalistische Botschaft als um die rein christliche Lehre geht, zeigt die Verehrung, die auch der Dalai Lama findet, wo immer er im Westen auftritt.

Er betreibt seit zehn Jahren sein "Projekt Weltethos". Unter Weltethos versteht Küng das zum Zusammenleben der Menschen notwendige Minimum an gemeinsamen sittlichen Werten, Idealen und Zielen, auf die sich die verschiedensten Religionen und Weltanschauungen sowie Nichtgläubige verständigen können.

Küng will derlei Normen nicht neu erfinden, er greift vielmehr auf Altbewährtes zurück: Was an Kant orientierte Philosophen eine "universalistische Moral" nennen, also die Überzeugung, Normen auch gegenüber Angehörigen anderer Kulturen mit allgemeinen Gründen rechtfertigen zu können, entwickelt Küng für die Religionen.

Er hat ihnen Leben und Freiheit geschenkt, doch sie können nicht damit umgehen. Das Kalb ist fertig. Was werden sie als nächstes machen?

Sie werden Menschen aussondern, die dieses Kalb tragen müssen, quer durch die Wüste. Sie werden diesen Menschen sagen: Sie werden nicht mehr nach dem richtigen Weg fragen, sie werden nur noch auf das goldene Kalb starren.

Jeder wird möglichst nahe dran sein wollen, um etwas von seinem Glanz abzubekommen. Sie werden im Kreis herumziehen, immer hinter dem Goldenen Kalb her.

Sie wollen gar nicht mehr in das gelobte Land. Die Wüste wird ihr zu Hause. Die Wüste, so gelb wie das Gold. Und sie werden beten, so wie sie es gelernt haben; aber nicht mehr zum lebendigen Gott, sondern zum toten Kalb.

Aber beten und beten ist nicht dasselbe. Es kommt auf den Adressaten an. Ich erkenne mich wieder in diesem Volk bei seinem Tanz ums Goldene Kalb.

Oft genug bin ich einer von ihnen in meiner Begeisterung für die Technik, in der Sorge um mein Konto, in meiner scheinbar so gläubigen Gottvergessenheit.

Gott ist zornig auf sein Volk. Er will es vernichten. Wie sollte er nicht? Und Mose betet für sein Volk; für all die Menschen, die ihm so viel Kummer machen.

Der Tanz um das goldene Kalb wurde vielleicht noch nie so begeistert, so besinnungslos getanzt. Wir setzen alles auf die Karte Gold — und wissen eigentlich schon, so kann es nicht weitergehen.

Doch wir können uns nicht ändern. Aus dem Mittelalter ist uns ein rätselhaftes Phänomen überliefert: Menschen begannen ohne ersichtlichen Grund plötzlich zu tanzen und sie konnten einfach nicht wieder aufhören, bis sie tot umfielen.

Manchmal habe ich das Gefühl, in unserer Gesellschaft ist das so ähnlich. Wir tanzen um das goldene Kalb, bis nichts mehr geht.

Er will sie vernichten. Doch Mose betet für sie. Mose betet nicht für eine Idee vom Menschen, für einen Menschen, wie er sein sollte.

Er betet auch nicht für die Gerechten. Mose betet für die Schwachen und Verführbaren, für die bösartigen und wankelmütigen.

Mose betet für die, die so viel lieber an das goldene Kalb glauben als an den lebendigen Gott. Mose bittet Gott für die Menschen, die er liebt.

Und er erinnert Gott an die wenigen Gerechten, an die wenigen Zeugen des Glaubens: Abraham, Isaak und Jakob.

Das ist das Gebet des Glaubens, die Fürbitte. Wir beten für Menschen, nicht weil sie so gut sind, sondern weil sie die Hilfe Gottes brauchen.

In der Fürbitte erinnern wir Gott an seine Liebe, an seine grundlose Liebe. Und wir wissen gleichzeitig: Doch Mose betet nicht nur.

Er bekämpf die falschen Götter.

Author: Dousar

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